Amtliche Bekanntmachungen

    Ärger kommt uns gern entgegen …

    Es ist etwas Seltsames um den Ärger in der Welt, er hat so unzählig viele Erscheinungsformen und bringt es fertig, überall gleichzeitig zu sein. Morgens setzt er sich schon mit uns an den Kaffeetisch, wenn die Brötchen zu scharf gebacken sind oder die Milch übergekocht ist, er steht an der nächsten Straßenecke, wo uns der starke Verkehr am Überqueren der Fahrbahn hindert, so dass wir unseren Omnibus oder Zug verpassen und in der Gestalt von unfreundlichen Briefen oder E-Mails, nervösen Chefs, neidischen Kollegen und unerledigten Arbeiten erwartet er uns im Büro. Der Hausfrau lächelt er hämisch aus den unaufgeräumten Stuben, dem überfüllten Flickkorb und dem mit Zigarettenasche bestäubten Teppich entgegen, und selbst die Schulkinder verschont er nicht, wenn sie ausgerechnet über ein Thema ihren Aufsatz schreiben müssen, der ihnen gar nicht liegt. Ja, das hat der Ärger so an sich, „er kommt uns gern entgegen“, wie Wilhelm Busch einst treffend sagte. Und er macht es uns wirklich schwer, ihm auszuweichen. Aber trotzdem können wir ihm ein Schnippchen schlagen, dann nämlich, wenn wir ihn nicht ernst nehmen und ihn mit einem fröhlichen Gesicht entwaffnen. Menschen, die sich nicht aufregen, lässt er in Ruhe, und er wendet sich stets denen zu, die schon beim geringsten Anlass in Zorn geraten. Anlässe bietet der Alltag genug, über die wir uns ärgern könnten. Aber wenn wir uns vornehmen, es künftig einfach nicht mehr zu tun, wenn wir die zahllosen kleinen Nadelstiche übersehen, die unseren Nerven zusetzen, dann lässt uns der Ärger allmählich zufrieden. Probieren wir’s doch mal!

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