Kläranlage LambrechtDie Kläranlage Lambrecht gehört zur Verbandsgemeindeverwaltung Lambrecht. Neben dem
Abwasser der Stadt Lambrecht nimmt sie auch die Abwässer der Ortsgemeinden
Lindenberg, Frankeneck und Neidenfels auf. Nach Auflassung der Kläranlage
Weidenthal werden auch die Abwässer dieser Ortsgemeinde über eine Druckleitung
der Kläranlage Lambrecht zugeführt. Die Anlage ist für 11.000
Einwohnergleichwerte ausgelegt. Was
passiert mit unserem Abwasser? Wie sauber ist das Wasser nach der Klärung? Unmittelbar
vor dem Schneckenhebewerk ist die Geschieberückhaltestation angeordnet.
Funktion dieses Bauwerkes ist es, durch grobblasige Intervallbelüftung im
Sammelraum die mineralischen Grobstoffe, wie z.B. Steine, Kies, Splitt von den
abgesetzten organischen Stoffen zu trennen. Die schweren Mineralien bleiben im
Sammelraum. Die organischen Stoffe gelangen über den Abwasserstrom in das
Schneckenhebewerk. Eine automatische Ultraschallfüllstandsmessung zeigt an,
wenn der Schacht gefüllt ist und durch ein mobiles Räumgerät entleert werden
muss. Das Räumgut wird mit dem Sandfanggut gereinigt und gewässert. Das
Einlaufhebewerk besteht aus 3 Förderschnecken. Im Rechengebäude befinden sich verschiedene Anlagenteile.
Im
Rechengebäude befindet sich außerdem der sog. Sandklassierer oder Sandwäscher.
Durch Straßeneinläufe gelangt Sand ins Abwasser der entfernt werden muss, da er
sich sonst in den nachfolgenden Becken absetzen würde. Das aus dem Sandfang
(Beschreibung siehe weiter unten) abgepumpte Sand-/Wassergemisch gelangt in den
Sandklassierer. Hier wird durch ein Rührwerk eine kreisförmige Strömung
erzeugt, wodurch der Sand sich am Boden absetzt und das Wasser über eine Kante
oben ablaufen kann. (Das Prinzip kennt jeder, der schon einmal Teeblätter in
eine Tasse getan hat und dann mit einem Löffel umrührt. Die Teeblätter sammeln
sich in der Mitte der Tasse.) Gemäß der Eigenkontrollverordnung wurde hinter der Rechensandfanganlage ein MID- Messschacht angeordnet. Er dient dazu die ankommende Schmutzwassermenge in Kubikmeter zu messen. Das Zwischenhebewerk ist im Keller des neuen Maschinengebäudes installiert.Aus einer Pumpenvorlage wird das Wasser über den Zulaufschacht in die Biocos-Anlage gepumpt.
7. Biologische
Reinigung mit dem Biocos-Verfahren Die wesentlichen Vorteile des Biocos-Verfahrens sind:
Der bei der biologischen Abwasserreinigung anfallende Überschussschlamm wird in einen Eindicker/Schlammstapelbehälter gefördert. Der Schlammstapelbehälter hat ein Fassungsvermögen von 630 m³. Über eine Pumpe kann der Schlammspeicher entleert werden. Durch eine Abzugsvorrichtung wird Trübwasser abgezogen und in das Belebungsbecken zurückgeführt.
Der
eingedickte Schlamm wird in einer Dekanterzentrifuge auf einen
Trockensubstanzgehalt von ca. 22 - 25 % entwässert. Der entwässerte Schlamm
wird in 2 Absetzmulden abgeworfen und kann zur thermischen Verwertung
abtransportiert werden. Derzeit erfolgt die Schlammbeseitigung durch Abgabe zur
landwirtschaftlichen Verwertung.
Die Abluft des Rechen-/Sandfanggebäudes, des Schlammstapelbehälters, des Biocos-Beckens und der Schlammbehandlung wird in einem Biofilter gereinigt. Ein Regenüberlaufbecken (RÜB) ist ein Bauwerk der Mischwasserkanalisation, das sowohl der Mischwasserentlastung als auch der Regenwasserbehandlung dient. Da die Spitzenabflüsse der Mischwasserkanalisation bei Starkregen das 100-fache des Trockenwetterabflusses ausmachen können und von der Kläranlage üblicherweise nur der 2- bis 3-fache Schmutzwasserabfluss aufgenommen werden kann, ist eine Entlastung des weiterführenden Kanals durch einen Regenüberlauf oder ein Regenüberlaufbecken notwendig.
Während
ein Regenüberlauf nur die Trennung in den Zufluss zur Kläranlage (7- bis
15-facher Schmutzwasserabfluss) und die Entlastung zum Gewässer erlaubt, wird
im RÜB die entlastete Wassermenge in der Speicherkammer
zwischengespeichert und verzögert weitergegeben (Fangbecken) oder nach
mechanischer Reinigung in den Vorfluter entlastet (Durchlaufbecken). Das Notstromaggregat dient zur Aufrechterhaltung des gesamten Klärbetriebes bei Stromausfall. Im Keller des Maschinengebäudes wurden die Schlammförderpumpen für die Beschickung der Entwässerungszentrifuge und die Gebläse für die Belüftung der Biocosbecken aufgestellt.
Über die Messstation wird der Phosphatgehalt im Zulauf und im Ablauf
gemessen und das Fällungsmittel Aluminiumsulfat automatisch zu dosiert, um den
behördlich festgelegten Überwachungswert des Phosphatgehaltes nicht zu
überschreiten.
Die Schaltwarte
befindet sich im Erdgeschoss des Maschinengebäudes. Von dort wird die
Kläranlage anhand eines Schaltbildes mit Darstellung des Klärprozesses und der
Außenstationen (Fernwirkanlage) mit einem Prozessleitsystem überwacht und zum
Teil gesteuert. Das Labor
befindet sich ebenfalls im Maschinengebäude. Im Labor werden täglich anfallende
Wasseruntersuchungen, Schlammuntersuchungen mit verschiedenen Messverfahren
durchgeführt. Sand aus Kanalreinigungen und von den Sandfanggerinnen aller Kläranlagen
der VG Lambrecht werden hier angeliefert und über die Sandwaschanlage
gereinigt. Im alten Betriebsgebäude sind nun die Sozial- und Sanitärräume für das
Betriebspersonal untergebracht.
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